Von Chakren, Chaos und Chaoten

Ich bin jüngst über eine Aussage gestoßen, die inhaltlich so sonderbar war und so vielem widersprach was ich gelernt und erfahren habe, vor allem auf dem Weg der Wächter bzw. Zwielichter, dass ich nicht umhin kann, meine Gedanken dazu zu teilen.

Im Kern ging es in der Aussage darum, dass man seine Chakren öffnen müsse, um Magie zu wirken, schwarze Magie entspringe dem Chaos durch Akzeptanz des Ungleichgewichtes und der Disharmonie und der Akzeptanz negativer Emotionen.

Vergleicht man ältere Schriften über die Magie bis ins 19. Jahrhundert hinein wird einem auffallen, dass die Arbeit an oder mit Chakren nirgends thematisiert ist. Das ist auch nicht verwunderlich, denn um Magie zu praktizieren hat es nie der Arbeit mit Chakren gebraucht – so es diese tatsächlich gibt. Oft wird das Argument angebracht, dass die Weisen damals mit sich und der Natur so im Einklang waren, dass die Chakren sowieso schon geöffnet waren, ganz automatisch. Belege gibt es dafür natürlich keine. Zeitzeugenberichte, alte Schriften und archäologische Funde belegen jedoch ein ganz anderes Leben – fernab von innerem Frieden und Einklang mit der Natur. Gerade weil manche Not so groß und kein anderer Weg in Sicht schien, kam die Magie überhaupt ins Spiel. Von Energiezentren im Körper, die man dafür beherrschen müsste, fehlt aber dennoch in diesem Zusammenhang jede Spur.

Was sind diese Chakren also und wo kommen sie her?

Chakren sind angenommene Energiezentren zwischen dem leiblichen und dem seelischen Körper. Die Chakren wie wir sie heute im Westen kennen gehen auf die Schriften von Sir John Woodroffe zurück, der seinen Lesern eher unter dem Pseudonym „Arthur Avalon“ bekannt sein dürfte – eine Kunstfigur in der er sich selbst neu interpretierte. Woodroffe war Richter in Indien und kam so mit der dort bekannten Lehre der Chakren in Kontakt – genauer gesagt, mit einer Lehre von vielen. Es gibt viele verschiedene Lehren je nach Religion und Region von Energiezentren im Menschen. Sie sind alle nicht einheitlich und variieren in der Anzahl, der Position und der Aufgabe der einzelnen Zentren. Im Falle von Woodroffe war es die Lehre des tantrischen Hinduismus und Vajrayana. Hier gibt es 7 Chakren denen jeweils bestimmte Aufgaben, Farben und Elemente zugeordnet sind, welche je nach Schule ebenfalls variieren. Ziel der Arbeit mit den Chakren war es, alle Blockaden zu lösen und alle Chakren zu öffnen, sodass ein freier Kanal entsteht, indem die reine Lebensenergie Prana frei fließen kann. Ist dieser Zustand erreicht, ist das höchste Ziel geschafft: die Erleuchtung; und das irdische Leben wird belanglos. Magie hat dort niemand im Sinn, auch wird mit Prana keine Magie oder Hexerei betrieben. Woodroffe hat diese Lehren für sich übernommen und neu interpretiert. Der westlichen Welt hat er dies in Form von esoterischen Schriften zugänglich gemacht. Damals schien es niemanden zu irritieren, dass jemand mit dem Bezug zu Avalon etwas über indische Lehren schreibt. Wen es aber heute noch immer irritiert, der befindet sich auf keinem schlechten Weg. Im Zuge der New Age-Esoterik hat auch Woodroffe damit einen fundamentalen Grundstein für die „Vergewaltigung“ östlicher Lehren im Westen gelegt. Und es ist ihm allein zu verdanken, dass in der westlichen Esoterik seine 7 Chakren als gegeben hingenommen werden. Wäre er seinerzeit beispielsweise stattdessen aber mit dem Daoismus in Kontakt gekommen, wären für uns heute 3 Energiezentren die Norm und die Chakren hießen Dantian – und hätten mit der Magie des westlichen Verständnisses ebenfalls nichts zu tun. Die westliche Esoterik wurde zu einem Schwamm, der alles aus dem Osten stammende in sich aufsog und vereinte, ohne Rücksicht darauf, ob es überhaupt richtig verstanden und interpretiert wurde. Während im Okkultismus noch mehr Fokus auf orientalische Mystik, Alchemie und Kaballah gelegt wurde, wandte sich die neuzeitliche Esoterik regelrecht verzweifelt der Suche nach Heilung zu – und eröffnete hiermit auch einen gigantischen wirtschaftlichen Markt. Während dieser westlichen „Vergewaltigung“ kam es dann auch dazu, dass die Chakren auf mehr Systeme ausgebreitet wurden – Reiki zum Beispiel. In den Ursprüngen des Reiki spielten Chakren, egal wie viele an der Zahl, überhaupt keine Rolle. Heute ist in Europa beides nahezu untrennbar miteinander verbunden. Ähnlich wird auch die Annahme entstanden sein, man müsse Energie fließen lassen und seine Chakren öffnen, um Magie zu wirken. Dabei ist die heutige Arbeit mit Chakren vor allem durch eines geprägt, was sie in ihrem Ursprungsland nicht ist: Auto- und Fremdsuggestion. Dass das Öffnen der Chakren mit der Erleuchtung und dem Erreichen des Nirwana in Verbindung steht, hat sich offenbar nicht gehalten. Jeder Reiki-Praktizierende der mir begegnet ist, der meint alle seine Chakren seien geöffnet und er könne das Reiki fließen lassen, war mehr als weit von der Erleuchtung entfernt und behauptete auch von sich, nicht erleuchtet zu sein. Da ließe sich die Frage stellen, ob es wahre Erleuchtung überhaupt gibt und was diese Reiki-Meister meinen zu spüren, wenn alle ihre Chakren offen sind ohne, dass sie die Erleuchtung erlangt haben. Doch das verlangt den Raum als eigenes Thema.

Was ist nun Magie? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Ähnlich wie bei den Chakren ist sie je nach Schule etwas anderes: Willenskraft, neutrale Energie, kosmische Kraft und so weiter. Gemein ist allen jedoch, dass diese Kraft auf eine Beeinflussung der Wirklichkeit abzielt. Schwarze und Weiße Magie sind sehr populäre Begriffe geworden. Sie bezeichnen dabei nicht die wirkende Kraft selbst, sondern das angestrebte Ziel nach menschlich-moralischen Maßstäben. So wird eine Praktik, die schaden und zerstören soll, der schwarzen Magie geordnet und eine die heilen oder schützen soll, etwa der weißen. Es gibt auch Strömungen, die es noch weitertreiben und alles der schwarzen Magie zuordnen, was gegen den Willen oder ohne das Wissen des Betroffenen oder der Zielperson geschieht, selbst wenn die Absichten moralisch einwandfrei sind. Magie kann schaden oder heilen, was die These, dass es sich um eine neutrale Kraft handelt die einfach etwas Bewirken kann, plausibel erscheinen lässt. Eines jedoch ist Magie sicher nicht: Reiki oder Prana. Beides sind reine Lebensenergien, die nicht zerstören oder zerfressen können und somit Schadenszauber unmöglich machen würden.

Vielen dient die eigene Emotionale Verfassung dazu, ihre innere Kraft freizusetzen und ihren Willen zu manifestieren. Üblich ist auch die Hinzunahme weitere Kräfte: etwa aus der Natur, den Himmelskörpern, Entitäten oder den Elementen. Doch wie steht es nun damit, dass schwarze Magie dem Chaos entspringt?

Chaos und Kosmos sind zwei Zustände. Simpel übersetzt bedeutet Kosmos Ordnung und Chaos Unordnung. Dem Chaos werden oft negative Bedeutungen beigemessen, was sich im täglichen Sprachgebrauch zeigt. Chaos möchte im Grunde niemand haben und vermeiden, Chaos bedeutet Kontrollverlust. Beide Begriffe beschreiben in der wahren Magie jedoch den Zustand der Welt, in der wir leben.

Das echte Chaos existiert in unserem Universum nicht. Wir leben in einem Kosmos und können das wahre Chaos gar nicht erleben geschweige denn erfassen. In unserem Universum gelten universelle Gesetze, denen auch die Magie unterliegt. Ganz wesentlich sind hier der Ausgleich, Polaritäten, Aktion und Reaktion sowie Anziehungswirkungen. Alles in unserer Welt hat eine Ursache und eine Wirkung. Beide lassen sich immer nachvollziehen und sind reproduzierbar. Alles folgt bestimmten Regeln und Mustern, was es und erst möglich macht, zielgerichtet zu handeln und zu denken. Ich habe lange nach einer Umschreibung gesucht, die ebenso einfach wie prägnant ist und ausdrückt, worauf ich hinauswill. Ich bin zu folgender gelangt:

Im Kosmos sind 1 + 1 immer 2.

Im Chaos kann 1 + 1 jedes Mal etwas anderes ergeben.

Im Chaos gibt es keine festen Strukturen, keine Kausalität. Alles läuft spontan und zusammenhanglos ab. Wahres Chaos ist ein Konzept, dass wir mit unserem Verstand nur schwer ganz wahrhaftig erfassen können. Wir sind auf den Kosmos geprägt und von ihm Abhängig. Selbst modernste und komplexeste Sprengstoffe, deren Instabilität genutzt wird, unterliegen dem Kosmos. Es gibt einen Grund und Regeln die greifen, die es uns möglich machen, eine Explosion zu provozieren. Auch die neuesten Erkenntnisse der theoretischen und experimentellen Quantenphysik zeigen im Grunde nichts anderes. Die kleinsten Teilchen, die Bausteine der Energie und der Welt, verhalten sich nach den Maßstäben unseres Alltags, dem Makrokosmos, auf den ersten Blick irrational. Tatsächlich lässt sich das Verhalten und der Aufenthaltsort dieser Teilchen bislang nur in Wahrscheinlichkeiten ausdrücken. Doch dass dies allein möglich ist, bezeugt den Kosmos. Die Wahrscheinlichkeiten liegen im Mikrokosmos in einem begrenzten Bereich, der hochskaliert auf den sichtbaren und beobachtbaren Makrokosmos feste Regeln ableiten lässt – Regeln, denen auch die Kraft der Magie vollends unterworfen ist.

Das Leben selbst, wie wir es kennen, wäre im Chaos womöglich gar nicht möglich. Es gibt keine Strukturen und Regeln woraus sich Lebensformen überhaupt erst bilden könnten. Etwas vereinfacht veranschaulicht: wie soll Leben aus einem Atom entstehen, dass von Sekunde zu Sekunde seinen Zustand ändert, welches mal existiert, mal nicht, instabil und polar ist, spontan zerfällt und sich neu zusammensetzt oder andere Teilchen aufnimmt? Selbst eine so geordnete Struktur wie ein Atom ist fraglich. Noch fraglicher ist es, wie ein Mensch im Kosmos nun also schwarze Magie aus dem Chaos schöpfen will. Die Antwort ist simpel: es wird keine Magie aus dem echten, unerreichbaren Chaos geschöpft. Wer auch immer dies behauptet, hat das Wesen des Chaos nicht verstanden und erfasst. Diese Person begegnet ihm mit menschlichen, moralischen Maßstäben. Es sind Autosuggestion, eigene Gedankenkonstrukte und Emotionen in einem prahlerischen Mantel, die den Menschen in einen Zustand versetzen, die eigene innere Kraft zu manifestieren. Das entfernteste, was der ursprünglichen Aussage gerecht wäre, ist folgendes:

Alles unterliegt auch dem Ausgleich. Sich verändernde Gegensätze sind der Puls des Lebens, die Veränderung im Kosmos. Vielleicht ist der Kosmos als spontane Reaktion aus dem Chaos entstanden und so gibt es stetig Veränderung, die das Gesetz des Ausgleiches in Kraft treten lässt. Diese Kraft beim Ausgleichen dieser Spannung kann auf ein Ziel gerichtet werden. So, als würde man einen Blitzeinschlag an einer bestimmten Quelle provozieren. Sinnbildlich: der geschickte Meister provoziert ein Ungleichgewicht und nutzt die Kraft des Blitzes, der den Ausgleich schafft, für seine Zwecke.

Was sind dann jetzt Chaosmagier? Im Allgemeinen beschreibt man Chaosmagier und -magierinnen als solche, die sich keinem festen System unterordnen, sich aus allen möglichen Lehren und Quellen bedienen und je nach Situation oder Ziel das Paradigma frei wechseln. Sie nehmen aus allem und kombinieren alles, mitunter auch nicht immer mit dem nötigen Respekt den Wurzeln der Schulen und Lehren gegenüber. Chaosmagier beherrschen nicht das Chaos, sie sind gewisser Maßen meisterhafte Chaoten nach menschlich-moralischen Maßstäben.

Orakel für die 14. KW

Diese Woche sieht schon deutlich harmonischer aus, als die vorigen.

Das zentrale Thema sind unsere Hoffnungen und Wünsche. Die Beständigkeit zeigt uns, dass es sich lohnt daran festzuhalten. Gleichzeitig kann sie jedoch ein Indikator dafür sein, dass die Dinge sich noch nicht verändern.

Das sollte aber nur die äußeren Umstände betreffen. Wandelbarkeit und Verhandlung liegen ebenfalls im Blatt, zusammen mit der Weiblichkeit. Die Woche wird uns also zeigen, dass sich Kompromisse lohnen können. Einfühlsamkeit im Verhandlungsgeschick und die Bereitschaft, seine Wünsche und Vorhaben den Rahmenbedingungen anzupassen versprechen den Weg zum Erfolg.

Verzicht und Verlust werden uns nicht ereilen, wir können unsere Ziele erreichen nur in einer anderen Form als zunächst angenommen. Flexibilität ist das Gebot der Stunde und führt uns zum Glück.

Be blessed

Orakel für die 13. KW

Die Situation ist festgefahren.

Wir haben den Eremiten mit der Wandelbarkeit, den Konflikt mit der Beständigkeit und den Schluss macht die Weiblichkeit.

Der Eremit ist selbstbestimmt und unabhängig, doch hier muss er sich wandelbar zeigen. Wir müssen uns weiterhin der aktuellen Lage anpassen, das erhoffte Ende ist noch nicht in Sicht.

Das Ganze wird nicht reibungslos geschehen. Konflikte, Ärger und Unverständnis bleiben quasi unser täglicher Begleiter. Die Karten raten uns noch nicht, auf die Barrikaden zu gehen, sondern zeigen uns die Weiblichkeit als Hilfe.

Wir sollen uns auf die der Weiblichkeit zugesprochenen Aspekte besinnen: Empathie und Mitgefühl, Fürsorge und das Bewahren.

Helfen und stützen wir uns emotional einander und machen, wie so oft derzeit, das beste aus dem, was uns zu Füßen liegt.

Be blessed

Orakel für die 12. KW

Diese Woche wird einiges aufwühlen. Es sind viele Gegensätze da, die sich gleichzeitig in den Fokus rücken.

Der größte Zwist sticht sofort ins Auge – Eremit und Kerker, Unabhängigkeit und Abhängigkeit. Unser Streben nach Unabhängigkeit trifft auf Einschränkungen und Kerkermauern. Unbewusste oder gar unterdrückte Empfindungen wollen nun ans Tageslicht. Die Zeit wird nun eine Zerreißprobe.

Auch der Reichtum zeigt sich, ist jedoch von der Manipulation beeinflusst. Zu allem Überfluss laufen wir also auch noch Gefahr, die Katze im Sack zu kaufen. An diesem ganzen Blatt gibt es wirklich nichts schön zu reden.

So kann ich nur die Empfehlung aussprechen, dass wir unser Bestes geben um in unserer Mitte zu bleiben. Holen wir das Beste aus unserer Situation raus, spielen wir die Freiräume aus, die wir haben und beachten Grenzen, die zum größeren Wohl nicht übertreten werden sollten.

Nutzen wir das frühlingshafter werdende Wetter für Zeit in der Natur, besinnen uns auf das, was wir haben, und vertagen Reiselust und Kaufrausch noch eine Weile.

Viele Wege führen aus der Krise – doch keiner ist ohne Opfer, welcher Art auch immer. Eine moralische Zerreißprobe: unser Geld, unser Wohlstand, unsere Freiheit oder unzählige fremde Leben?

Be blessed

Orakel für die 11. KW

Die neue Woche scheint dort anzusetzen, wo die letzte Woche aufgehört hat: es wird beständige Konflikte geben.

Tückisch wird sein, dass die Dinge tatsächlich nicht so sein werden, wie sie uns auf den ersten Blick erscheinen. Die gehegte Hoffnung und Besserung unserer Situationen wird weiter auf die Probe gestellt. Gleich zweimal wird uns durch die Beständigkeit und die Beharrlichkeit gezeigt, dass wir einen langen Atem beweisen müssen. Aber das Ziel lohnt sich. Vergebliche Liebesmüh liegt hierzu nicht in den Karten. Das Ziel ist erkennbar, aber noch nicht greifbar.

Für die andauernden größeren und kleineren Konflikte und den gestauten Unmut geben uns die Karten bereits auch eine Lösung an die Hand: die Reflektion. Wir sollten also schauen, wie wir auf andere wirken, ob wir auch die Signale geben, die wir beabsichtigt haben und ob diese so verstanden werden, wie von uns beabsichtigt. Zur Reflektion gehört auch, das Gegenüber auf uns wirken zu lassen und den Versuch zu unternehmen, die Lage und Beweggründe vom Gegenüber nachzuvollziehen.

Lasst uns die Beharrlichkeit wahren, um nicht kurz vor dem Ziel zu stürzen.

Be blessed

Orakel für die 10. KW

Diese Woche scheint Tumult mit sich zu bringen. Wir fühlen uns eingesperrt und sind abhängig von Entscheidungen anderer. Unsere Unzufriedenheit mit der Situation birgt hohes Konfliktpotential, doch die Auseinandersetzungen werden nicht von Dauer sein.

Um unser Gerechtigkeitsempfinden wiederherzustellen, wollen wir handeln. Viele werden auch handeln, was sich in häufigen kleinen und größeren Konflikten zeigen wird. Frust hat in dieser Woche einen guten Nährboden und so treffen wir Entscheidungen und tätigen Handlung aus Impulsen heraus und wenig überlegt. Unser Handlungsdrang ist groß in dieser Woche.

Nehmen wir dies als Mahnung an und versuchen unsere Vorhaben, um aus der Abhängigkeit zu gelangen, überlegt und mit Bedacht umzusetzen.

Be blessed

Feuersteine, Hühnergötter und Kiki Mora

Hühnergott

Feuersteine oder Flinte kennt vermutlich jeder – auf jeden Fall, wenn man aus dem Norden Deutschlands kommt.

Besonders in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Slawen viele Spuren und Bräuche hinterlassen haben, ist der Feuerstein bekannt und ein beliebtes Sammelobjekt. Man findet ihn entlang der gesamten Ostseeküste im Baltikum und auch an der Nordseeküste. Auch im Inland ist er in Gesteinen zu finden und zwar in den Gebieten, in die zur Eiszeit der Gletscher vorgedrungen ist und wo Kreideablagerungen vorhanden sind. Feuerstein und Mensch haben eine lange Geschichte. Schon in der Steinzeit wurde er gesammelt und als Werkzeug benutzt. Seine scharfen, muscheligen Bruchkanten dienten dabei als Messer oder Spitzen und Klingen für Jagdwaffen. Doch was fasziniert uns so an diesem Stein?

Wie genau er entsteht, darüber ist sich auch die Wissenschaft noch nicht ganz einig. Die gängigste Annahme ist, dass er aus organischen kieselsäurehaltigen Verbindungen entstanden ist. Der Prozess dauert Jahrmillionen an. Ein harter Stein aus organischem Ursprung, das hat doch was. Im Grunde besteht der Feuerstein fast ausschließlich wie Opal und Quarz aus SiO². Zumeist findet er sich in der Form einer Knolle, die von einer weißen Schicht Kalk und Kreide umgeben ist. Erst im Inneren findet sich die typische dunkle bis rotbraune Färbung. Ein besonders schöner und seltener Fund unter den Feuersteinen ist eine Geode.

Feuerstein mit Bergkristall-Geode

Es befindet sich dabei im Inneren des Feuersteins ein Hohlraum, der mit Bergkristallen versehen ist. Ich hatte das Glück, ein solches Exemplar zu finden.

Feuerstein mit Geodenstück

Durch sein Vorkommen und durch die Bildung in Kreideablagerungen begünstigt er ein kleines natürliches Phänomen: im Meer über unzählige Jahre hinweg umgewälzt und geglättet, wäscht sich auch die Kreide heraus und es können Steine mit Löchern entstehen. Geht das Loch komplett durch den Stein hindurch, sodass man durch ihn hindurchsehen kann, spricht man von einem Hühnergott. Den Namen Feuerstein trägt er, weil sich mit ihm Feuer schlagen lässt. Doch woher kommt dieser seltsame Name?

Hier führt uns die Reise in die slawische Mythologie zur Kiki Mora.

Die Kiki Mora ist eine alte heidnische Göttin der Slawen. Sie erschien in den Wäldern als alte Frau in seltsamer Kleidung und konnte einem Glück oder Unglück bringen. Ursprünglich soll es sich bei ihr um eine Erdgottheit gehandelt haben. Es zeigen sich auch einige Parallelen zur Baba Jaga und sogar den griechischen Moiren, da Kiki Mora Fäden spinnt. Die genaue Herkunft ist jedoch nicht mehr nachvollziehbar, da es nur noch wenige Quellen und Überlieferungen gibt. Im Zuge der Christianisierung wurde sie zu einem Poltergeist umgedeutet. Sie poltert im Haus um den Bewohnern Angst zu machen, bringt Unordnung in den Haushalt und hindert die Hühner am Eierlegen. Ihr Angesicht zu erblicken sollte sogar den Tod nach sich ziehen. Ob dies lediglich Verunglimpfungen durch die Christianisierung sind oder ob sich Kiki Mora zornig darüber zeigte, dass die Menschen sich von ihr ab und dem Christentum zuwandten, bleibt der Spekulation des Lesers überlassen. Aber hier haben wir bereits den Anhaltspunkt für den Namen Hühnergott. Kiki Mora stiehlt das Geflügel oder hindert es am Eierlegen. Um die Kiki Mora fernzuhalten, wurden Dinge am Stall aufgehängt, die ein natürliches Loch haben. Dazu zählten Henkel, abgeschlagene Hälse von Flaschen und Krügen und natürlich der Feuerstein. Im ursprünglichen Sprachgebrauch wurden alle diese Dinge als Hühnergott bezeichnet. Bis heute hat sich jedoch nur der Feuerstein unter diesem Begriff gehalten. Hühnergott kommt also daher, dass der Stein mit Loch die Hühner beschützen sollte.

Doch den Feuerstein als Zauberstein gibt es schon viel länger. Steinzeitliche Funde belegen nicht nur den Feuerstein als Werkzeug oder Waffe, sondern auch in Form von Schmuck und Amuletten – auch ohne natürliches Loch. Doch jene Steine mit Loch haben noch heute die größte Faszination auf uns. Es gibt Stimmen die sagen, der Hühnergott sei nur magisch verwendbar, wenn er selbst gefunden wurde oder man ihn geschenkt bekommen hat. Gekaufte Steine hätten keine magische Bedeutung. Das ist jedoch an den Haaren herbei gezogen. Der Stein geht keinen Pakt mit seinem Finder sein. Wichtiger scheint hingegen zu sein, dass das Loch natürlich durch die urzeitlichen Kräfte entstanden ist und nicht künstlich geschaffen oder gebohrt wurde. Übrigens ist es in Osteuropa und Teilen Russlands noch heute Brauch, heilsames Elixierwasser aus dem Feuerstein herzustellen.

Man spricht ihnen dort eine reinigende und belebende Wirkung auf das Wasser zu. So werden die Steine in Wasser gelegt und das Wasser bis zu drei Tage stehen gelassen, bevor es verwendet wird: zum Kochen, Trinken, Waschen und vieles mehr.

Be blessed

Orakel für die 9. KW

Diese Woche macht einen richtig positiven Eindruck. Im Grunde keine Karte dabei, die uns Sorgen bereiten sollte.

Das zentrale Thema der Woche ist die Wandelbarkeit. Wandelbarkeit ist nicht zu Verwechseln mit der Umwandlung. Die Dinge werden sich ändern, aber der Wesensgehalt bleibt erhalten. Es werden also Änderungen eintreten, die nicht wesentlich sind, aber dennoch erkennbar. Begleitet wird die Wandelbarkeit durch die Wünsche, Hoffnung und Gerechtigkeit. Im Hinblick auf die eingetretene Klagewelle gegen die Corona-Beschränkungen, ist es durchaus denkbar, dass in dieser Woche getroffene Entscheidungen, etwa Eilanträge, im Sinne der Antragsteller oder Kläger ausfallen werden. Grundsätzlich herrscht in dieser Woche eine Energie, die uns das Erfüllen von Wünschen und Träumen erleichtert. Es lohnt sich, dafür einzutreten.

Schließen wird die Woche mit dem Mond, dem Thema der Reflektion. Das Wochenende wird sich also gut eigenen, Revue passieren zu lassen. Was habe ich erreicht? Was möchte ich? Was hat mein Tun und Denken bewirkt? Darüber in aller Ruhe zu sinnieren verspricht neue Erkenntnisse.

Weiter gibt es hier nichts zu sagen – lassen wir das Positive für sich sprechen. Holt das beste aus der Woche heraus!

Be blessed

Ästhetik und Qualität

In den Social Media im englischen Bereich sind zunehmend zwei Trends zu beobachten, die natürlich auch schon zu uns übergeschwappt sind. Sie betreffen die Ästhetik und die Qualität von Zutaten und Hilfsmitteln. Beginnen wir bei der Ästhetik.

Instagram und Tiktok sind voll von ihnen: selbst ernannte Hexen die mit prunkvoll gestalteten Altären oder anderen optisch ansprechenden Bildern auf sich aufmerksam machen. Auch Tiktok finden sich zahllose Videos mit dem gleichen Inhalt zusammen mit hexisch anmutenden Memes was eine wahre Hexe ausmache. Es bildet sich ein neuer Gemeinschaftssinn unter diesen Hexen die gemeinsam diesen Inhalt konsumieren und sich gegenseitig darin bestärken und bewundern.

„Toll!“ könnte man meinen, es bildet sich eine große und weltweite pagane Gemeinschaft. Doch der der zweite und prüfende Blick birgt mitunter herbe Enttäuschung. Wie sagt schon ein altes Sprichwort? Nicht alles was glänzt, ist auch aus Gold. Und so ist nicht alles, was toll und hexisch ausschaut, auch wirklich von einer Hexe. Es braucht mehr als Dekorationskünste, Filter und Photoshop, eine Hexe zu sein. Es ist eine Lebenseinstellung, eine Berufung, mit der auf Pflichten einhergehen.

Ästhetik und Atmosphäre sind durchaus wichtig. Sie versetzen uns verstärkt in die richtige Stimmung, in den richtigen Zustand, um unsere Kräfte freizusetzen und mit den Kräften der Elemente arbeiten zu können. Aber was nützt uns leere Schönheit, die keinem Zweck dient und nicht benutzt werden kann?

Immer wieder kommen mir zu vielen Bildern die gleichen Worte in den Sinn: „Hübsch, aber was soll das?“. Omas alte Fußstütze elegant in einen Altar umzudekorieren macht noch lange keine magische Arbeit aus. Es sieht toll aus, keine Frage. Aber welchen Sinn hat es, außer von anderen als schön empfunden zu werden? Gibt es eine Anordnung auf dem Altar? Sind Vertreter der Elemente vorhanden? Haben die Dinge dort überhaupt einen Zweck für rituelle Arbeiten? Allzu oft scheint sich diese Frage mit „nein“ beantworten zu lassen. Wer auf viele glänzende Objekte ohne Gebrauchsspuren trifft, sollte skeptisch werden. Ebenso wie bei als Stillleben arrangierten hexischen Gebrauchsgegenständen.

Auch ein schönes Negativbeispiel sind die Dekorationen zu den verschiedenen Festtagen. Nehmen wir zum Beispiel diesen Post. Eine Dekoration zu Mabon. Mabon ist sozusagen das Erntedankfest unter den Hexen. Wir danken für die Ernte und was uns die Natur und ihre Wesen beschert haben, geben einen Teil zurück und bitten um gute Erträge für das nächste Jahr – materieller und immaterieller Art. Natürlich ist es (moderner) Brauch, seinen Altar oder Ritualplatz passend zu gestalten. Das Thema sind Herbst und Ernte. Doch sollte man wirklich auf Plastikblumen und gekaufter Herbstdekoration aus dem jährlichen Aufsteller im Supermarkt zurückgreifen? Wie viel Respekt zeigt das gegenüber der Natur? Zeigt es, dass wir überhaupt etwas aus der Natur erhalten haben? Gibt es nichts, was wir in dem Jahr gefunden oder erhalten haben, wofür wir danken und was wir teilen? Welche Symbolkraft haben gekaufte Dekorationen? Im Herbst ist die Natur voll und Dingen, die sie für die Lebewesen hergibt: Früchte, Nüsse, Samen, Pilze und vieles mehr. Hier scheint die Optik im Vordergrund zu stehen und weniger der Sinn und Geist des Festes.

Das bringt mich zum nächsten Schlagwort: die Qualität. Je mehr Gedanken Vorbereitung, Zeit und Aufwand ich in meine magische Arbeit stecke, desto besser das Ergebnis. Alles trägt zur Erreichung des Zieles bei. Dabei spielt natürlich ebenfalls mit rein, welche Qualität meine Zutaten und Hilfsmittel haben und welchen Aufwand ich dafür investiere. Damit meine ich aber nicht teuer=gut.

In den amerikanischen Kreisen scheint besonders in den Städten nach dem Boom von Serien wie „The Chilling Adventures of Sabrina“ oder dem Charmed-Reboot das Interesse an Magie und dem Hexentum wachsen. Und immer wieder trifft man auf die gleichen Diskussionen und Streitthemen: Kräuter aus dem Gewürzregal vom Supermarkt um die Ecke. Verkürzt gibt es dort zwei Fronten: die Befürworter und die Verurteiler. Ich selbst zähle mich mehr zu denen, die Kräuter aus der Natur oder Apotheke bevorzugen, sehe mich aber weniger als Verurteiler. Jeder erntet die Früchte seiner eigenen Arbeit. Und wer mit mittelmäßigem oder schlechtem Obst zufrieden ist, darf gerne dabei bleiben.

Aber die Argumentationen der Befürworter bringen mich oft ins Grübeln. Teure Kräuter aus dem Hexen- oder Esoterikladen seien Geldverschwendung. Die Kräuter aus dem Supermarkt seien wenigstens kontrolliert und es ist drin was draufsteht. Esoterischer Bedarf hingegen ist gesetzlich nicht reguliert. Zudem kommt man nicht an Kräuter, wenn man in der Großstadt wohnt.

Ob drin sein muss was drauf steht ist in der Regel in jedem Land zum Verbraucherschutz geregelt, sodass ich nicht von einer gänzlich fehlenden Regulation sprechen würde. Aber die grundsätzlichen Zweifel hinter dieser Argumentation sind durchaus nachvollziehbar. Auch die Verfügbarkeit in der Großstadt ist ein Argument. Doch sollte man deswegen wirklich auf Gewürze aus dem Supermarkt zurückgreifen? Welche Energien haften dem an? Was hat die Massenproduktion für Auswirkungen auf das einzelne Produkt?

Besonders frustriert werde ich, wenn ein Satz mit „XX year practitioner here“ und dann eine Aussage kommt wie: es spielt keine Rolle wie gut die Zutaten und Hilfsmittel sind. Diese Menschen sollten sich selbst auf ihren Status als Hexe hin überprüfen. So etwas zu sagen ist das gleiche wie zu sagen, es spielt keine Rolle, weil Magie sowieso nicht funktioniert. Dabei spielt der betriebene Aufwand durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle. Welchen Respekt zolle ich den Mächten gegenüber, wenn ich einfach belanglos ins Gewürzregal greife? Was ist mir meine Arbeit wert? Was ist mir das Ziel wert? Ich sage damit nicht, dass es die teuersten Kräuter aus dem Esoterikhandel sein müssen. Doch zu Händlern kann man sich einen Eindruck verschaffen. Wie authentisch sind sie? Wage ich den Versuch um die Kräuter wirklich einschätzen zu können?

Der noch bessere Weg sind die eigenen Kräuter. Es gibt auch im Supermarkt diverse Kräuter als Frischpflanze zu kaufen. Es ist kostengünstig und auch in der Stadt möglich, seine Kräuter auf dem Balkon oder Fensterbank zu ziehen. Sie bekommen bei der Pflege und Aufzucht von uns die nötige Aufmerksam und die richtigen Impulse, um für die magische Arbeit eingesetzt zu werden. Noch besser ist der Ausflug ins Grüne, in die Natur, um sich seinen Vorrat nach und nach selbst zu beschaffen. Insbesondere als Großstadthexe sollte der Bezug zur Natur nicht vernachlässigt werden und keinesfalls durch einen Griff ins Regal beim Supermarkt um die Ecke ersetzt werden.

Vieles kann, weniges muss. Es kommt immer darauf an, was mir die Arbeit wert ist. Jeder darf seine Meinung und Haltung haben. Doch gemeinsam an einem Strang zu ziehen, fördert eher das Zusammenwachsen einer Gemeinschaft als das Konsumieren oberflächlicher Bilder und Videos in den Social Media. Doch verurteilen wir nicht einander dabei, sondern zeigen uns die besseren Möglichkeiten.

Be blessed

Orakel für die 8. KW

Eine interessante Mischung für diese Woche: Manipulation, Reichtum, Eigenverantwortung, Gerechtigkeit und Weiblichkeit.

Die Grundstruktur der Woche wird wohl sein, dass wir mit Reichtümern verlockt werden. Reichtum meint hier einen weiten Begriff. Es kann alles sein, was uns wertvoll ist: Waren, Güter, Dienstleistungen aber auch Dinge wie Zeit. Der Reichtum ist von Manipulation und Eigenverantwortung umgeben. Wir sollten also genau hinschauen, was uns so verlockend feil geboten wird. Womöglich bekommen wir am Ende nicht das, was wir uns erhofft haben.

Gerechtigkeit und Weiblichkeit passen hier weniger ins Bild, wodurch sie ein eigenes Thema darstellen könnten. Frauen sollten in dieser Woche womöglich Acht geben und ihre Position und ihren Wert verteidigen. Die beiden Karten könnten ein Hinweis darauf geben, dass männliche Energien in dieser Woche besonders präsent und dominant sein werden.

Ebenso, oder gerade deshalb, kann es auch ein Appell sein, in Konfliktsituationen an die innere weibliche Seite zu appellieren und die Eigenschaften, die symbolisch mit ihr einhergehen: Mitgefühl, Verständnis, die Sicht des anderen einnehmen, ebenso wie zu bewahren und zu behüten und zu nähren. Lösen wir Konflikte also gerecht und finden eine Lösung, aus der Frucht hervor geht. Denn die Eigenverantwortung bedeutet auch, nicht selbstbezogen zu handeln und zu urteilen, wo es einem später zum Nachteil gereicht.

Be blessed